0421 - 98 50 55 34 - Kostenfreie ERSTBERATUNG

Anwaltshaftung Darlehenswiderruf

Darlehen

Anwaltshaftung Darlehenswiderruf

  • Beauftragter Rechtsanwalt/Anwaltskanzlei hat die Originalvollmacht bei der Erklärung des Widerrufs gegenüber der Bank nicht mit eingereicht
  • Widerruf verfristet
  • Kein Widerruf mehr möglich
  • Rückabwicklung des Darlehens fehlgeschlagen

Anwaltshaftung / -fehler bei Widerruf eines Darlehensvertrages

Folgende Konstellation liegt im Grundsatz sehr wahrscheinlich zugrunde:

  • Sie haben eine Anwaltskanzlei oder einen Anwalt mit der Prüfung der Erfolgsaussichten eines Widerrufs von einem Darlehensvertrag beauftragt.
  • Die Anwaltskanzlei hat Ihnen für einen Widerruf gute Erfolgsaussichten bestätigt.
  • Sie haben die Anwaltskanzlei daher damit beauftragt den Widerruf gegenüber der Bank zu erklären.
  • Die Anwaltskanzlei führte Ihren Auftrag aus.
  • Der bearbeitende Rechtsanwalt vergaß jedoch seinem Schreiben eine Originalvollmachtsurkunde beizulegen.
  • Die Bank wieß den Widerruf jedoch zurück, da keine Originalvollmachtsurkunde mitgesendet wurde.
  • Der Widerruf ist für Verträge, die vor dem 11.06.2010 geschlossenen wurden, seit dem 22.06.2016 nicht mehr möglich, da die Widerrufsfrist für diese Altverträge abgelaufen ist.
  • Sie haben nun keine Möglichkeit mehr zu widerrufen.

Vorgeschichte

Es erreichen uns immer mehr Anfragen von Mandanten, die durch einen Anwaltsfehler Ihres Widerrufsrechts “beraubt” wurden, was für die Mandantschaft sehr ärgerlich ist.

Insbesondere in den letzten Tagen vor Fristablauf (21.06.2016) für Verträge vor dem 11.06.2010 herrschte nochmal Hochkonjunktur bei vielen Anwaltskanzleien, da viele Verbraucher noch schnell ihre Darlehensverträge widerrufen wollten. Es wurden durch die Anwälte und Kanzleien Prüfungen über die Fehlerhaftigkeit der Widerrufsbelehrung durchgeführt und der Mandantschaft positive Aussichten bestätigt. Folglich widerriefen die Rechtsanwälte durch Schreiben an die Banken den Vertrag und forderten zur Rückabwicklung des Darlehensvertrages auf.

Im Eifer des Gefechts vergaßen dabei einige Anwälte den Banken auch die Originalvollmachten zu übersenden. Häufig wurden die Mandanten dazu aufgefordert eine Vollmacht per Fax oder als Scan per Email vorab an die Anwaltskanzlei zu übersenden und das Original auf dem Postweg hinterherzuschicken.

Fälschlicherweise gingen viele Rechtsanwälte davon aus, dass auch eine übersandte Kopie ausreichen würde oder übersendeten überhaupt keine Vollmachtsurkunde, da davon ausgegangen wurde, dass diese nicht benötigt würde.

Dies stellt einen Anwaltsfehler dar und begründet einen Schadensersatzanspruch aus Anwaltshaftung.

Rechtliche Situation

Rechtlich gesehen ist der Widerruf (genau wie die Kündigung) ein sog. einseitiges Rechtsgeschäft.

Besorgt man für einen Dritten ein einseitiges Rechtsgeschäft als Bevollmächtigter hat man sich der anderen Vertragspartei gegenüber zu legitimieren, was durch die Vorlage einer Originalvollmacht geschehen muss. Die einschlägige Regelung ist hier der § 174 BGB: “Ein einseitiges Rechtsgeschäft, das ein Bevollmächtigter einem anderen gegenüber vornimmt, ist unwirksam, wenn der Bevollmächtigte eine Vollmachtsurkunde nicht vorlegt und der andere das Rechtsgeschäft aus diesem Grunde unverzüglich zurückweist”

Sobald die Bank dann unverzüglich zurückweist, was natürlich regelmäßig geschieht, tritt die Unwirksamkeit der Handlung ein.

Eine Heilung durch Nachsendung der Originalvollmacht ist nicht möglich, da die Frist (21.06.2016) nicht gewahrt wurde.

Letztlich stehen Sie als Verbraucher dann ohne einen Anspruch gegen die Bank “allein im Regen”.

Hier kommen somit ausschließlich noch Ansprüche gegen den Rechtsanwalt bzw. die Anwaltskanzlei in Betracht. Voraussetzung ist dabei, dass Ihre Widerrufsbelehrung tatsächlich fehlerhaft ist und dass Ihnen auch ein Anspruch gegen die Bank zugestanden hätte. Dies ist in den ganz überwiegenden Fällen so, da eine Vorabprüfung durch den Rechtsanwalt hinsichtlich der Fehlerhaftigkeit der Widerrufsbelehrung bereits erfolgte und dabei nur diejenigen Darlehensverträge widerrufen wurden, welche auch ziemlich sicher Fehler enthielten.

Lösung

Hier kommt einzigst ein Anspruch auf Anwaltshaftung in Betracht.

Voraussetzung dazu ist, dass ein Fehler durch den Rechtsanwalt bzw. die Anwaltskanzlei vorliegt, was bei einer Versäumung von Fristen, wie in diesem Fall, grundsätzlich zu bejahen sein wird. Weiterhin muss dieser Fehler für den entstanden Schaden ursächlich sein, was in vorgenannter Konstellation ebenfalls nicht schwer zu begründen ist, denn Sie haben keine Möglichkeit mehr gegen die Bank direkt vorzugehen.

Sie sollten aufgrund der Komplexität, zum einen in Bezug auf die Thematik des Darlehenswiderrufes und zum anderen im Hinblick auf Ihren Gegner, nicht ohne vorherige Rechtsanwaltsberatung versuchen Ansprüche geltend zu machen. Hier warten einige Klippen, die es zu umschiffen gilt.

Sollten Sie von Ihrer Anwaltskanzlei bzw. Ihrem Anwalt ein Schreiben, welches die Bank an Ihren Rechtsanwalt geschickt hat, zur Kenntnis bekommen in der die Bank auf die Vorschrift des § 174 BGB (einige Banken berufen sich fälschlicherweise auf den § 172 BGB) beruft ist Eile geboten.

Rufen Sie uns gerne für eine erste kostenfreie Erstberatung an. Wir lassen Sie nicht im Regen stehen, sondern verhelfen Ihnen letzlich doch noch zu Ihrem Recht.